Alle Jahre wieder…
…steht dann irgendwie Weihnachten vor der Tür.
Und schon wieder sind es nur noch ein paar Wochen, bis wir die staade Zeit begrüßen dürfen.
Wieso ich das schreibe?
Weil’s an Weihnachten ja so oft um Geschenke geht.
Aber eins nach dem Anderen.
Mitte des Jahres hab ich begonnen, Gitarrenunterricht zu geben.
So darf ich nun ein paar Schülern ein bisschen was von dem, was ich in meinen Jahren an der Gitarre gelernt habe, weitergeben. Und das Unterrichten macht mir echt Spaß - viel mehr als ich es mir vorgestellt hatte.
Durch diese Arbeit darf ich Vieles beobachten. Eine der wertvollsten Beobachtungen für mich ist, dass ich oft das Gefühl habe, dass der Lernende in dem Moment, in dem er sich voll und ganz auf das Instrument (auf das Neuland) einlässt, nur in diesem Moment ist. Es gibt nichts Anderes als das Instrument und die Beschäftigung mit dem, was vom Gehirn durch den Körper (die Hände, die Finger etc.) auf das Instrument übertragen werden möchte. Es ist auch gar kein Raum und keine Zeit für irgendetwas anderes.
Das Ganze bringt uns somit ins Hier und Jetzt. Und das ist etwas Unbezahlbares, insbesondere in diesen „Zeiten“, in denen wir so viel in die Zukunft schauen und oft gar nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt, im Hier und Jetzt zu sein.
Es gibt natürlich noch jede Menge andere Methoden, ins Hier und Jetzt zu gelangen.
Was noch hinzukommt: wenn ich beginne, ein Instrument zu erlernen, habe ich meistens das Ziel, dieses Instrument eines Tages spielen zu können (ohne Ambitionen an Perfektionismus, der eh nur relativ ist). D.h. ich beschäftige mich beim Erlernen automatisch auch mit Harmonie. Denn wenn ich lerne, höre ich sehr genau hin, ob sich das, was ich spiele, gut oder nicht so gut anhört. Harmonie ist das, was ich besonders mit meinen Ohren wahrnehme. Wir haben in uns einen eingebauten Mechanismus, der uns sagt, ob etwas harmonisch klingt bzw. ist oder auch nicht. Ein geniales Werkzeug. Somit harmonisiere ich mich selbst durch das Spielen und – wenn ich möchte – kann ich das eines Tages sogar für andere auch machen, indem ich sie zuhören lasse, wenn ich spiele.
D.h. ich kann im Hier und Jetzt mich selbst und wenn ich möchte auch andere beschenken.
Kommen wir zurück zu Weihnachten und den Geschenken.
Wie wäre es, wenn Du Dich dieses Jahr selbst beschenkst oder beschenken lässt, indem Du Dir gönnst, ein neues Instrument zu erlernen? Das kann die Gitarre sein, doch es kann auch ein ganz anderes Instrument sein. Geh mal in Dich und frag Dich, was womöglich „Dein Instrument“ ist.
Es braucht auch nicht immer einen Lehrer dazu. Manchmal ist ein intuitiver Zugang zum Instrument noch viel schöner. Und manche Instrumente sind gerade dazu gemacht, ohne "Lehrer" entdeckt zu werden. Wenn Du in diese Richtung ein paar Ideen haben möchtest, meld Dich gerne.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es der ganzen Welt viel besser gehen würde, wenn viel mehr Musik gemacht wird.
Einer der Gründe liegt für mich darin, dass wir in diesen Momenten ganz analog (und eben nicht digital) unterwegs sind.
Ein anderer wurde schon weiter oben erwähnt: wenn wir beim Lernen so ganz im Moment sind, können wir gar nicht über irgendetwas anderes wie z. B. Krieg nachdenken, sondern wir sind damit beschäftigt, Harmonie (= Frieden) herzustellen.
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